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Mehr Aufmerksamkeit für das weltweite Artensterben – Die XTINCT-Kampagne

Im Januar eröffnete Angela Merkel offiziell das Internationale Jahr der Biodiversität. Die Vereinten Nationen wollen damit auf den weltweit akut drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen aufmerksam machen. Im März gab die EU zu, dass sie ihr selbst gestecktes Ziel, den Artenschwund in Europa bis 2010 zu stoppen, nicht erreicht und es jetzt stattdessen bis 2020 schaffen will. Ebenfalls im März endete die internationale Artenschutzkonferenz mit ernüchternden Ergebnissen, vor allem bei Fischfangbeschränkungen für gefährdete Hai- und Thunfischarten.

Der Wille das Thema Artensterben in den Blickpunkt zu zerren ist da, an Einsicht und Überzeugung in der Breite fehlt es noch. Im Jahre 2010 gibt es genügend andere drängende Fragen, da bekommt Artenschutz eben nicht die höchste Priorität. Wie immer wird man sich den Problemen erst dann entschlossen stellen, wenn sie einen überrennen. Also dann wenn das Aussterben von Arten essentielle Probleme verursacht.

Das könnte sein wenn die weltweiten Fischereigründe endlich leergefischt sind, wenn die artenreichen tropischen Wälder nicht mehr Luft und Wasser reinigen oder wenn die Wissenschaft erschüttert feststellt, dass ihr das Reservoir zu erforschender natürlicher Ressourcen vor den Augen dahinschwindet. Gleichzeitig wird das Bedauern zunehmen über den Verlust der Vielfalt, der ja schließlich endgültig ist.

Doch eigentlich sind wir schon mitten drin im Artensterben, schließlich schätzt man, dass derzeit über 100 Arten jeden Tag aussterben. Wenn es Einsicht und Umdenken geben soll, dann also möglichst jetzt und nicht später. Um diesen Umdenkprozess zu beschleunigen hat sich 2009 auf einem Würzburger Wirkcamp die XTINCT-Kampagne gegründet. Das Ziel der Macher ist klar: „Wir möchten dass die Leute darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn etwas für immer ausgelöscht ist.“

Wie sie das erreichen wollen? Mit Stil, Ironie und Streetwear. Eine Reihe von Künstlern wurde beauftragt ausgestorbene Arten zu portraitieren und XTINCT vertreibt diese Motive auf T-Shirts. So werden die Motive mitten unter die Bevölkerung getragen. Auf der Webseite zur Kampagne erfährt man anschließend Wissenswertes und Hintergründe.

Immer steckt der Mensch und sein Tun hinter den Aussterbehistorien der vorgestellten Arten. Beutelwolf und Steller‘sche Seekuh erzählen noch heute von der gedankenlosen Großwildjagd früherer Jahrhunderte. Die Rodrigues Riesenschildkröte war beliebter Lebendproviant für wochenlange Schiffsreisen. Die Linsenfliege verschwand als Folge der industriellen Revolution in Europa. Der chinesische Schwertstör, der weltweit größte Süßwasserfisch, verschwindet gerade aktuell aus dem Jangtsekiang in China und wurde dort offiziell seit 2003 nicht mehr gesichtet. Eine Tatsache, die XTINCT aufgreift und den Fisch, von Sven Palmowski als nostalgischen Raumkreuzer portraitiert, für „xtinct since 2010“ erklärt.

Es wäre zu wünschen, dass die XTINCT-Kampagne dazu beiträgt die öffentliche Meinung über die Bedeutung der Artenvielfalt zu verändern. Und selbst wenn dieses Ziel zu hoch gesteckt sein sollte, so wird zumindest ein Teil der Einnahmen aus den Shirt-Verkäufen in internationale Artenschutzprojekte der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt fließen.

Wer neugierig ist und sich eines der Design-Shirts zulegen will, erhält noch bis zum 7. April 10% Frühjahrsrabatt im XTINCT-Shop mit dem Gutscheincode „HALLOSONNE“. Mehr Infos unter: www.xtinct.info

Quellen:
EU lässt sich Zeit im Kampf gegen das Artensterben
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,683672,00.html

Pro Jahr sterben rund 30.000 Arten aus
http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article6849901/Pro-Jahr-sterben-rund-30-000-Arten-aus.html

Artenschutzkonferenz scheitert beim Schutz von Fischen
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,685703,00.html

Aussterben der Linsenfliege
http://de.wikipedia.org/wiki/Linsenfliege

Fotos: verwendet von Flickr: http://www.flickr.com/photos/xtinct/

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Autor: admin am 4. Apr 2010 08:34, Rubrik: Sonstiges,
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2 Reaktionen zu “Mehr Aufmerksamkeit für das weltweite Artensterben – Die XTINCT-Kampagne”

  1. Greenlinks 03/04/2010 | Nature, Gleichgewicht, Fischsterben, Treat, Natur, Oaxaca | Neidgruen.de schreibt

    […] energieblog24.de: Mehr Aufmerksamkeit für das weltweite Artensterben – Die XTINCT-Kampagne […]

  2. horst schreibt

    vor ca. 140 millione jahren gab es massen
    weise z.b.dinosaurier und viele andere tiere,aber keine überbevölkerung,keine industriemultis und in unseren nördlichen
    breitengraden eine dicke eisschicht.
    so was soll all das gejaule?
    to much people on the world !!

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