Erneuerbare Energie Nachrichten

Wellen und Strömungen – Energie aus der Meeresbewegung

Wird von den erneuerbaren Energien gesprochen, ist zumeist vor allem von Solar- Wind- und Wasserkraft sowie Bioenergie die Rede. Doch an der technologischen Peripherie existieren innovative Lösungen, die in den öffentlichen Debatten zumeist weniger Aufmerksamkeit erfahren. Eine dieser Technologien sind Strömungs- und Wellenkraftwerke. Beide Kraftwerkstypen funktionieren nach einem einfachen Grundprinzip. Durch die Bewegung von Wellen oder durch die Strömungen im offenen Meer oder Flüssen wird elektrische Energie erzeugt. Experten attestieren diesen Technologien ein sehr hohes Potential. Allerdings sind die Kosten und die technischen Anforderung sehr hoch.

Erste Politanlage installiert

Oktober 2010 wurde in Sankt Goar ein erstes Testkraftwerk im Rhein installiert, welches die Strömung des Flusses nutzt. Mit einer Leistung von sechs Kilowatt zeigt sich allerdings deutlich, dass dieses Kraftwerk lediglich Pilotcharakter hat. Ein weiteres Strömungskraftwerk, welches mit einer Leistung von 11,2 Megawatt bereits erheblich zur regionalen Stromversorgung beitragen wird, befindet sich aktuell in Planung. Es soll am Rhein bei Rheinberg installiert werden.

Auch Wellenkraftwerke sind noch in der Entwicklungsphase

Neben den Strömungskraftwerken, welche hauptsächlich in Fließgewässern zum Einsatz kommen werden, existiert mit dem Wellenkraftwerk eine ähnliche Schwestertechnologie, welche für die offene See konzipiert ist. Das Wellenkraftwerk funktioniert dabei ähnlich wie ein Gezeitenkraftwerk, nutzt allerdings die normale Wellenbewegung der See und nicht den Tidenhub der Gezeiten. Das Potenzial der Wellenkraftwerke ist gut kalkulierbar. So erzeugen die Wellen an der Küstenlinie etwa 19 bis 30 Kilowatt pro Meter, auf offener See erreichen die Wellenwalzen bis zu 100 Kilowatt pro Meter. In der Produktion ist Wellenstrom aktuell mit etwa 10 Cent pro Kilowattstunde noch relativ teurer. Sollten sich die Technologien künftig etablieren, sind durch Lernkurveneffekte und ähnliche marktwirtschaftliche Mechanismen Preisreduktionen allerdings sehr wahrscheinlich. Auswirkungen der beiden Kraftwerksarten auf die umliegende Flora und Fauna sind noch nicht ausreichend erforscht, weshalb Umweltschützer diese Technologien aktuell eher kritisch sehen.

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Autor: Daniel Reissmann am 19. Feb 2015 15:43, Rubrik: Allgemein, Wasserkraft,
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