Erneuerbare Energie Nachrichten

Energiepolitischer Wandel, aber wie?

Die Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind eindeutig. Die Energiepolitik soll grundlegend geändert werden, so die Regierungschefin. Grund ist die Krim-Krise, denn erst dadurch ist der deutschen Politik wieder klar geworden, wie abhängig die eigene Energieversorgung von Russland und anderen, teils instabilen, Staaten ist. Am Donnerstag kündigte Merkel daher an: „Es wird eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik geben“. Doch wie diese Neubetrachtung aussehen wird, dazu wurde bislang keine Stellung bezogen. Es wäre ein eindeutiges Statement zur absoluten Unabhängigkeit von ausländischen Energierohstoffen, wenn man im Zuge der EEG-Novelle den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen und nicht, wie es sich abzeichnet, bremsen würde.

Kanadische Energievorräte und Schiefergas

Der Enthusiasmus den man mit einer neuen Energiepolitk verbinden könnte, wird allerdings keine Chance gegeben. Denn es sieht nicht danach aus, dass man die neue Energiepolitik derart versteht, die erneuerbaren Energien stärker zu forcieren. Im Gegenteil, aus Nordamerika kommen Angebote für zukünftige Energielieferungen aus Kanada. Die Vereinigten Staaten raten Deutschland und Europa dazu, zunehmend auf die eigenen Energiereserven zu setzen. Damit ist Schiefergas gemeint, auch Fracking genannt. Die Methode ist vor allem in Europa sehr umstritten und deshalb bis heute in Deutschland nicht genehmigt. In den USA kann man das kaum verstehen, denn dort hat Fracking für einen neuen Gasboom gesorgt. Allerdings führt die Methode auch zur Verunreinigung des Trinkwassers, Fälle gibt es in den Vereinigten Staaten genügend. Auf deutscher Seite gibt es nicht Wenige die an Russland als Hauptlieferant festhalten wollen. Jüngster Fall ist Siemens. Der Chef des Konzerns Joe Kaeser, erklärte nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass sein Unternehmen weiterhin auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Russland hinhält. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) rät dazu nicht übereilig zu agieren. Er betonte laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, dass Russland „selbst in finstersten Zeiten des Kalten Krieges“ seine Lieferverpflichtungen eingehalten hat.

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2 Reaktionen zu “Energiepolitischer Wandel, aber wie?”

  1. Drehen am Gashahn : pressekompass schreibt

    […] der erneuerbaren Energien beschleunigen und nicht bremsen würde“, urteilt Daniel Reissmann auf „energieblog24.de“. Erst durch die Krim-Krise habe die deutsche Politik realisiert, wie abhängig man von […]

  2. Presseschau: Deutschland ohne russisches Gas? | Stromtarife Vergleich schreibt

    […] zur absoluten Unabhängigkeit von ausländischen Energierohstoffen“ sieht Daniel Reissmann auf energieblog24.de eine mögliche Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Der Tagesspiegel ist hier […]

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