Erneuerbare Energie Nachrichten

Die globalpolitische Dimension der Energiewende

Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Schlagwörter im Kontext der Energiewende beziehen sich oft auf die Umwelt, die Binnenwirtschaft und die sozialen Auswirkungen. Alle diese Dimensionen sind immens wichtig für das Gelingen der Energiewende und eine nachhaltigere Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Die aktuelle Krise auf der Halbinsel Krim offenbart bei einer etwas näheren Betrachtung allerdings auch die geopolitische Bedeutung der Energiewende. Denn die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffvorkommen lähmt die politischen Entscheidungsfreiheit oder hemmt sie immerhin ein. Sanktionen gegen Russland zu verhängen, ist ein politisches Druckmittel was Deutschland momentan scheut. Vor allem die Abhängigkeit vom russischen Gas ist ein zentraler Faktor für die Zurückhaltung.

Die Rohstoffmächte

Russland ist ein Musterbeispiel für eine Großmacht, die vor allem aufgrund enormer Rohstoffreserven diesen Status hält. Auch andere Staaten, die aufgrund ihrer weltpolitischen Bedeutung allerdings nicht Großmachtstatus haben, sind sehr einflussreich und das aufgrund ihrer Rohstoffvorkommen. Diese „Rohstoffmächte“ befinden sich vor allem im Nahen Osten. Der Großteil der westlichen Welt besitzt eine immense Abhängigkeit gegenüber diesen Regionen. Die Krim Krise offenbart aktuell wieder, wie zurückhaltend sich der Westen gegenüber Russland verhält. Die kürzlich in den USA veranlassten Sanktionen werden im Kreml wohl nur für müdes Lächeln gesorgt haben. Der Hauptgrund ist sicherlich diplomatischer Natur. Niemand möchte einen Krieg provozieren. Doch nicht zu vernachlässigen ist auch der „lange Hebel Russlands“, das heißt die enormen Erdgasreserven. Gerade Deutschland ist vom russischen Gas abhängig. So zeigen sich die geopolitischen Zusammenhänge, die eine schnelle und konsequente Energiewende auch für die Außenpolitik Deutschlands zu einem Strategieinstrument werden lassen. Ein Unabhängigkeit von ausländischen Energierohstoffen, oder zumindest die Begrenzung dieser, kann dazu führen das außenpolitische Entscheidungen künftig mit mehr Objektivität und Diplomatie getroffen werden. Wirtschaftliche Interessen und Lieferabhängigkeiten führen nicht selten zu irrationalen Entscheidungen. Diese sollten aber vermieden werden. Nicht zuletzt in einer derart angespannten Situation wie im Moment auf der Krim.

Tags: ,

Autor: Daniel Reissmann am 9. Mrz 2014 16:47, Rubrik: Aktuelle News, Allgemein,
Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL


Einen Kommentar schreiben

Get Adobe Flash player

Copyright © 2009, Erneuerbare Energie Nachrichten, | business pro theme by ep
40 queries, 0,275s | Beiträge (RSS) & Kommentare (RSS)