Desertec
Heute möchte ich euch das Projekt Desertec vorstellen. Gerne könnt Ihr zu diesem Artikel Kommentare hinterlassen.
Freie Energie aus dem Weltall – das mag den geneigten Leser zunächst an Science Fiction und Area 51 denken lassen. Doch es ist schließlich die Sonne, die bereits seit einigen Milliarden Jahren die Erde mit lebensspendender Energie versorgt.
Der deutsche Physiker Dr. Gerhard Knies will mit dem Wüstenstromprojekt Desertec nun die Kraft der Sonne nutzen um Europa und vielleicht der ganzen Welt für die Zukunft eine realistische Alternative zu fossilen Energieträgern und Kernkraft zu bieten.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Mittels in konzentrischen Feldern angelegter Reflektoren werden die Sonnenstrahlen auf einen winzigen Punkt an einem sogenannten Heizturm im Zentrum des Feldes gebündelt. Durch die intensive Bündelung werden Temperaturen über tausend Grad erreicht, die dann zur Dampferzeugung und dem Betrieb von Turbinen wie in einem klassischen Kraftwerk genutzt werden.
Die Technologie ist bereits seit einigen Jahren bekannt und verfügbar, doch erst durch die technischen Fortschritte in den letzten Jahren bei essenstiellen Modulen wie Reflektoren und Turbinen, sowie den steigenden Zeitdruck vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung, wurde dieses Mammutprojekt nun möglich.
Dabei wurde die Effizienz schon vor einigen Jahren berechnet: Lediglich ein Bruchteil der über neun Millionen Quadratkilometer großen Trockenwüste Sahara müssten auf diese Weise genutzt werden, um den europäischen Energiebedarfs zu decken; in wenigen Jahren könnte die Anlage in der ersten Betriebsphase bereits etwa 15 Prozent der nachgefragten Energiemenge liefern.
Die Energie soll mittels modernster Gleichstromkabel über Knotenpunkte via Gibraltar und Spanien beziehungsweise den Nahen Osten nach Europa geliefert werden. Doch entgegen der sonst üblichen Praxis möchte die DESERTEC Foundation ausdrücklich die Region gleichberechtigt beteiligen und mit Energie beliefern.
Unter dem Namen DESERTEC Foundation haben sich neben vielen anderen internationalen Unternehmen rund 20 deutsche Großkonzerne verschiedener Branchen zusammengeschlossen, um das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 400 Milliarden zu realisieren.
Gerhard Knies hat für das Großprojekt Desertec über Jahre hinweg ein Netzwerk aus mutigen Visionären, klugen Köpfen und finanzstarken Investoren aufgebaut und führt nun sein Lebenswerk in die entscheidene Phase.
Für die Umsetzung der Ziele wurde eigens das Unternehmen DII GmbH gegründet, die sich insbesondere mit den organisatorischen und wirtschaftlichen Prozessen befasst.
Ziele und Vorteile des Desertec Projekts:
Die Ziele der Organisation sind neben einer sicheren, nachhaltigen und vor allem klimafreundlichen Energieversorgung der strukturelle Aufbau der wirtschaftlich besonders schwachen Region Nordafrikas. Gleichzeitg erhoffen sich die Betreiber eine politische sowie kulturelle Annäherung zwischen Europa und den arabischen Ländern des Nahen Ostens und somit einen langfristigen Beitrag zur Friedenssicherung.
Doch auch für die Bewohner der Region bietet das Projekt viele Perspektiven, denn es werden gleich eine ganze Reihe Arbeitsplätze mit breiter Jobvielfalt geschaffen. Davon profitieren Zulieferer ebenso wie Dienstleister bis hin zu hochspezialisierten Berufen.
Nähere Informationen sind in mehreren Sprachen auf der Webseite der DESERTEC Foundation verfügbar und auch als Download abrufbar. Wer das Projekt unterstützen möchte wird hier ebenfalls dazu aufgefordert, dem Spendenaufruf folgen – schließlich ist Desertec nicht kommerziell, sondern in erster Linie als ein Entwicklungsprojekt ausgerichtet.
Quellen:
Homepage der DESERTEC Foundation
www.desertec.org
Informationen über Dr. Gerhard Knies und sein Wirken in der Vergangenheithttp://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-93/9311501m.htm
Artikel Deutsche Welle World „Desertec lines up partners for massive solar project“http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4746569,00.html
Videobeitrag auf dem Youtube-Channel von Deutsche Welle:
http://www.youtube.com/watch?v=grKhMUfCBWg
Autor: admin am 30. Jan 2010 12:28, Rubrik: Solarenergie,
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Ein starkes Projekt, so gewitzt und im Grunde so einfach. Würden wir mehr Steuergelder für solche Projekte einsetzen, könnten wir ein Vielfaches an CO2 einsparen!
…könnte so einfach sein. Aber wer soll es finanzieren. Die großen Konzerne haben bestimmt wenig Interesse dran, die Politik noch weniger und das war es dann auch schon. Für solche projekte ist es meiner Meinung nach noch ein paar jahre zu früh.
Ein Umdenken wird erst dann kommen, wenn es zu spät ist, leider.
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