Der Pfusch von Fukushima
Es ist wohl kein Geheimnis, dass vor, während und nach der Katastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima ordentlich gepfuscht worden ist. Als ein Tsunami die japanische Küste am 11. März 2011 traf, erlebte Japan eine der schlimmsten Katastrophen in der Atomgeschichte des Landes. Wie nun eine Kommission des Untersuchungsausschusses feststellte, seien insbesondere die japanische Regierung und der Betreiber des havarierten Kraftwerks, Tepco, für die Schlampigkeit und die Verharmlosung verantwortlich, die das Unglück in Fukushima begleitet hatten.
Die Expertenkommission, die sich nach dem Unfall um die Ermittlungen kümmerte, wurde zwar von der Regierung Japans eingesetzt, doch selbst dieser bleibt die Kritik nicht erspart. Neben dem Betreiber Tepco sei die japanische Regierung nämlich ebenfalls Schuld an so manchem Debakel. Das schlechte Krisenmanagement und die Verharmlosung des Unglücks waren schon kurz nach dem Erdbeben und der Kernschmelze im AKW Fukushima von internationaler Seite kritisiert worden. Nun gibt auch die landeseigene Kommission zu erkennen, dass mit dem Unglück vollkommen falsch umgegangen worden sei. Zum Beispiel habe man die Öffentlichkeit nur langsam und zeitverzögert darüber informiert, was passiert sei.
Die Atomaufsichtsbehörde Nisa bekommt ebenfalls ihr Fett weg. Der Bericht beschrieb sie als zahnlose Behörde, die ihre Rolle als Aufsichtsorgan nicht erfüllt habe. Die Nisa bestritt noch Monate später, dass überhaupt eine Kernschmelze im AKW stattgefunden habe. Das faulste Ei in der Geschichte, der Kraftwerksbetreiber Tepco, hatte schon vor dem Erdbeben die Regierung darum gebeten, in einem Bericht über Erdbebenrisiken die Wahrscheinlichkeit eines Tsunami zu untertreiben.
Autor: admin am 3. Aug 2012 14:02, Rubrik: Aktuelle News, Atomenergie,
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