Erneuerbare Energie Nachrichten

Der ewige Offshore-Streit

Der Streit um die Anbindung von Offshore Windparks an das deutsche Stromnetz lodert nun schon seit beinahe einem Jahr zwischen dem niederländischen Netzbetreiber Tennet auf der einen und der deutschen Energiewirtschaft und Politik auf der anderen Seite. Tennet wird vorgeworfen, nicht genug Mittel zu investieren, so dass der Anschluss von geplanten Windparks auf hoher See sich zum Teil um Jahre verzögern würde. Ein schwerer Schlag für die Energiewende, die doch grad auf die Kapazitäten dieser Windparks angewiesen ist, um den Wechsel vom Atom- zum Ökostrom durchziehen zu können.

Der für Tennet in Deutschland zuständige Chef Lex Hartman bittet nun um Verständnis. Die Fehler liegen seiner Meinung nach nicht nur bei der niederländischen Firma und ihrer deutschen Tochter. Die Anschuldigung, Tennet würde nicht genug Geld investieren, hält er für ausgemachten Unsinn. Schließlich habe bisher kein anderer Konzern, nicht mal die großen Energieversorger RWE und Eon, so viel in die Energiewende investiert. In den vergangenen zwei Jahren waren es sechs Milliarden Euro von Seiten Tennets gewesen.

Dass sich die Anbindung verzögert, läge auch nicht nur an Tennet, so Hartman. Konstruktionsfehler im Energiewirtschaftsgesetz machten es ihnen ungewöhnlich schwer. Dieses Gesetz ist für den Netzanschluss zuständig und es besagt, dass jeder Betreiber eines Windparks Anspruch auf einen Netzanschluss hat. Bei den vielen neuen Plattformen sei es deshalb kein Wunder, dass die Niederländer mit der Anbindung nicht hinterher kommen. Zudem gebe es auch bei den Herstellern von Kabeln oder Trafos oftmals massive Engpässe. Hartman sprach sich dafür aus, dass der Streit um die Anschlüsse so schnell wie möglich beigelegt werden kann.

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