Erneuerbare Energie Nachrichten

Brasiliens Großprojekt Belo Monte: Die Kehrseite erneuerbarer Stromerzeugung

Die Bevölkerung Brasiliens wächst seit Jahrzehnten dauerhaft und das Land steht kurz davor eines der weltweit wirtschaftsstärksten Nationen zu werden. Schon heute ist Brasilien die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Doch der Wohlstand bringt auch neue Herausforderungen, beispielsweise im Bereich der Energieversorgung, denn der Energiebedarf wächst überproportional. Um die künftige Energienachfrage zu decken setzt man auch in Brasilien auf erneuerbare Energiequellen. Das Wasserkraftgroßprojekt Belo Monte ist das Aushängeschild dieses Ausbaus. Im Moment befindet sich das an einem Seitenfluss des Amazonas gelegene Projekt noch im Bau. Doch bis 2015 will man das leistungsmäßig drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt fertig gestellt haben. Bei aller Euphorie für erneuerbare Energien, begegnet Belo Monte in Brasilien viel berechtigte Kritik.

Elf Gigawatt fordern ihren Tribut

Das Wasserkraftwerk soll nach Fertigstellung elf Gigawatt elektrische Energie bereit stellen. Dabei sollen drei Talsperren zwei Stauseen mit einer gemeinsamen Fläche von 500 Quadratkilometer aufstauen, dies entspricht in etwa der Größe des Bodensees. Dafür müssen voraussichtlich 20.000 Menschen umgesiedelt werden. Kritiker des Projekts gehen sogar von 40.000 Menschen aus, darunter Ureinwohner aus 18 verschiedenen indigenen Gruppen. Grund ist, dass die Lebensgrundlage der Einwohner stark gefährdet wird. So wird der Seitenfluss des Amazonas, Xingu nach dem Bau wesentlich weniger Wasser führen als im Moment. Daraus ergibt sich ein großes Problem für die Ureinwohner, da ihre Kultur stark auf dem Fluss basiert.

Neue Krankheiten für indigene Einwohner

Zudem befürchten die Kritiker, das vor allem die zivilisationsfernen indigenen Völker, welche wahrscheinlich auch keine Antikörper gegen Grippe besitzen, diversen Krankheiten die durch die Arbeiter am Großprojekt mitgebracht werden zum Opfer fallen. Auch Umweltschützer sehen eine Gefahr durch das Projekt. So können die Umlenkung und die Aufstauung des Xingu schwerwiegende Konsequenzen für dessen Ökosystem haben. Beispielweise können Fischbestände und deren periodische Wanderung durch die Talsperren stark behindert werden.

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Autor: Daniel Reissmann am 6. Okt 2013 13:50, Rubrik: Allgemein, Wasserkraft,
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