BP Aktuell: Fortschritte, aber noch keine Entwarnung
Die provisorische Absaugvorrichtung, die am 16. Juli über das Bohrloch im Golf von Mexiko gestülpt wurde, scheint zu halten. Doch obwohl derzeit zum ersten Mal seit Monaten kein weiteres Öl aus dem Leck strömt, kann immer noch keine Entwarnung gegeben werden. BP wird von der US-Regierung dazu angehalten, den Meeresboden über dem Ölfeld weiterhin genau zu beobachten.
Nachdem in 3km Entfernung zum Bohrloch eine Stelle gefunden wurde, an der Öl durch den Meeresboden sickerte, läuteten bei den Verantwortlichen die Alarmglocken. Der Ölaustritt scheint laut BP allerdings natürlichen Ursprungs zu sein und nicht mit dem Leck in Verbindung zu stehen. Im Inneren der Absaugglocke steigt derweil der Druck langsam aber stetig an. Steigender Druck ist zunächst zwar ein gutes Zeichen, zeigt es doch, dass es vermutlich keine unkontrollierten Ölaustritte an anderer Stelle gibt, könnte, wenn er weiter steigt, aber problematisch werden, da hierdurch weitere Austrittsstellen im Meeresboden entstehen könnten. Wenn diese Situation einzutreten droht, müsste die derzeitige Absaugvorrichtung umgehend entfernt werden und das Öl würde wieder ungehindert in den Ozean strömen.
Langfristige Abhilfe können erst zwei Ersatzbohrungen schaffen, die vermutlich Anfang August fertiggestellt werden können. Diese sollen dann den Druck von dem bisher einzigen Bohrloch nehmen und damit die Gefahr weiterer Lecks endgültig bannen. Ursache für die immer wieder auftretenden Verzögerungen bei den Arbeiten zur Abdichtung des Lecks, das bereits seit dem 20. April besteht, sind vor allem die Schwierigkeiten, die Arbeiten in 1500 Meter Tiefe mit sich bringen. Aufgrund des hier herrschenden Wasserdrucks müssen alle Arbeiten über ferngesteuerte Roboter erfolgen und auch an das Material werden stark erhöhte Anforderungen gestellt, von der Konstruktion der Roboter bis hin zur Kabelkonfektion. Da bisher kaum vergleichbare Arbeiten in dieser Tiefe vorgenommen wurden, fehlt es zudem an Erfahrung, weswegen Tests immer wieder verschoben werden mussten.
Quellen:
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8543601/Das-Bohrloch-von-BP-soll-wirklich-dicht-sein.html
http://www.tagesschau.de/oelkatastrophe130.html
Autor: admin am 20. Jul 2010 16:54, Rubrik: Aktuelle News, Fossile Energieträger,
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