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Aus der Forschung: Pilotprojekt testet vollautomatisierte Biogasanlage zur Netzlastregelung

Bioenergie, insbesondere Biogas, hat anderen erneuerbaren Energieträgern etwas Entscheidendes voraus. Während sich bei Solar- und Windenergie immer wieder die Frage stellt wie man die Fluktuationen möglichst gering hält und somit für Versorgungssicherheit und Netzstabilität sorgen kann, lässt sich die Produktion von Bioenergie ohne Probleme steuern. Dies ist einer der Gründe, weshalb Bioenergie eine wesentliche Rolle im künftigen Energiesystem zugesprochen wird. Denn Bioenergie kann die Fluktuation ausgleichen und für eine bedarfsgerechte Energieerzeugung sorgen. Wissenschaftler des Instituts für dezentrale Energietechnologien (IDE) untersuchen aus diesem Grund seit September 2013 drei Pilotanlagen um heraus zu finden, wie man Biogasanlagen möglichst optimal für die bedarfsgerechte Erzeugung einsetzt.

Flexibilität statt Konstanz

Momentan werden Biogas-BHKW vor allem dazu verwendet konstant elektrische Energien einzuspeisen. Diese Grundlastbereitstellung ist momentan der sinnvollste Einsatzbereich für diese Art von Anlagen, da die Schwankungen von Wind- und Solarenergie weitgehend über Pumpspeicher und fossile Kraftwerke abgedeckt werden. Für ein Energiesystem, welches zu einem großen Teil auf erneuerbaren Energieträgern basieren soll, ist die Abdeckung durch fossile Kraftwerke nicht mehr möglich. Diesen müssen substituiert werden, höchstwahrscheinlich durch Biogasanlagen in Verbindung mit Speichern, intelligenten Netzen und Kapazitätsmechanismen. Das IDE erprobt in den drei Versuchsanlagen in Allendorf, Philippsthal und Jühnde den optimalen Fahrbetrieb. Salopp ausgedrückt sollen die Anlagen ihre Leistung steigern, sobald die Einspeisung durch Wind und Solar zurückgeht und die Leistung senken, wenn viel Einspeisung vorhanden ist. Das IDE entwickelt dafür Algorithmen mit denen die Anlagen vor allem dann Strom erzeugen, wenn es aufgrund der Netzstabilität notwendig ist und wenn die Preise ertragreich sind. Auch das EEG bietet mit der sogenannten Flexibilisierungsprämie einen zusätzlichen Anreiz der allerdings erst zögernd angenommen wird. Die Forscher vermuten, dass sich dies mit der steigenden Einspeisung von Wind- und Solarenergie ändern wird. Das Projekt verfügt über ein Fördervolumen von 1,6 Millionen Euro und wird auch zukünftig versuchen, die Biogasanlagen an ihre neuen Aufgaben anzupassen.

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Autor: Daniel Reissmann am 23. Jun 2014 20:17, Rubrik: Aktuelle News, Bioenergie,
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