Erneuerbare Energie Nachrichten

Atomenergie

Atomenergie – Einleitung

Kein Thema der Energiebranche wurde in diesem Jahr häufiger diskutiert als der Umstieg auf regenerative Energien und damit verbunden der Ausstieg aus der Atomenergie. Die Technologie der Kernspaltung ist noch relativ jung, 1961 wurde das erste deutsche Kraftwerk gebaut, die Leistung betrug 15 MW. 1975 ging das mittlerweile stillgelegte Werk Biblis ans Netz, bestehend aus zwei Blöcken mit einer Leistung von je 1300 MW. Aufgrund dieser hohen Werte sind Atomkraftwerke nach wie vor weltweit beliebt: in China sind über 50 Bauten in Planung, die USA und Frankreich beispielweise wird nicht vom ursprünglichen Plan abgewichen, im Gegensatz zu Deutschland. Die Vorteile liegen auf den ersten Blick auf der Hand: Atomstrom ist sauber, da kein CO2 emittiert wird, er kann überall auf der Welt erzeugt werden und er ist vergleichsweise günstig. Die Gefahren eines Unfalls schrecken zumindest Deutschland jedoch davor ab, weiterhin Kernkraftwerke zu erhalten.

Technologie der Atomenergie

In einem Kernreaktor wird einem radioaktiven Isotop (Uran, Thorium oder Plutonium) ein Neutron zugeführt, sodass sich das Isotop aufgrund einer höheren kinetischen oder Bindungsenergie spaltet. Durch die Differenz der beiden Spaltprodukte und des Neutrons wird Energie freigesetzt. Dieser Vorgang wird im Reaktor als Kettenreaktion ausgeführt, sodass enorme Energie in kinetische und thermische Energie umgesetzt wird (200 MeV pro Atomkern). Diese Energie treibt Turbinen an, die wiederrum elektrischen Strom erzeugen.

Uranerz wird im Tagebau gewonnen, als Urandioxid angereichert und in Brennstäben zusammengefasst. Diese Brennstäbe werden im Reaktor wie oben beschrieben verarbeitet.

Wie umweltverträglich ist Atomenergie?

Im Betrieb stößt ein Kernkraftwerk kein CO2 aus. Durch die Urangewinnung- und aufbereitung und des Baus des Kraftwerks fallen jedoch Emissionen an, die in der Summe in etwa denselben Wert aufweisen wie Wind- oder Wasserkraft. Im Gegensatz zu regenerativen Energieformen – und auch den herkömmlichen -benötigt die Atomenergie wenig Platz. Ein Kraftwerk mit ein oder zwei Blöcken genügt um große Mengen an Energie bereitzustellen.

Im Bergbau allerdings wird die Umwelt neben den Belastungen durch den Tagebau (wie auch bei der Braunkohle) auch durch freigesetzte Radioaktivität verunreinigt. Neben Uran befindet sich im Gestein auch Radium oder Arsen, die sowohl die Bergleute als auch die angrenzenden Siedlungen belasten.

Die angereicherten Brennstäbe weisen nach der Kernspaltung durch die hohen Halbwertszeiten immer noch Radioaktivität auf. Die Elemente müssen für mehrere tausend Jahre gelagert werden, sodass nicht jeder Ort dafür geeignet ist.

Gefahren der Atomenergie

Unfälle wie in Fukushima oder Tschernobyl zeigen die enormen Risiken der Atomenergie. Bei einer Kernschmelze fällt  die Reaktorkühlung aus und die Brennelemente überhitzen, sodass sie auf den Boden des Reaktors tropfen. Der Druck im Innern des Reaktors steigt an, sodass er explodiert. Dadurch entstehen langfristige Schäden der Umwelt, da die Elemente noch Jahrhundertelang radioaktiv sind.

Äußere Ereignisse, wie das Erdbeben in Japan lassen sich weder vermeiden noch langfristig voraussagen, sodass es unmöglich ist, ein Kernkraftwerk sicher zu gestalten. Die Gefahr eines Unfalls ist enorm und überwiegt im Eintrittsfall die Vorteile der Kosten oder Emissionen.


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