Atomenergie eine aussterbende Spezies?
Offenbar hat das Reaktorunglück im japanischen Fukushima vor über einem Jahr der Branche der Atomenergie doch einen sehr viel herberen Dämpfer verpasst, als man es bisher angenommen hat. Der Sektor befindet sich beinahe weltweit im Niedergang, denn seit der Katastrophe, die nicht nur Japan sondern die ganze Welt erschütterte, wurden insgesamt 21 Reaktoren komplett abgeschaltet, nur neun neue wurden hingegen in Betrieb genommen.
Dies ist ein Trend, der das Bild in der Atompolitik von nun an wohl bestimmen wird. Zwar zieht nicht gleich jeder so krasse Maßnahmen in Betracht wie Deutschland, wo direkt ein kompletter Atomausstieg beschlossen wurde, aber sogar in Ländern wie China, wo die Atomindustrie eine sehr große Rolle spielt, wurden in den vergangenen 15 Monaten nur drei neue Reaktoren ans Netz gebracht, die Planung neuer Kraftwerke hingegen wurde komplett auf Eis gelegt.
Die erneuerbaren Energien übernehmen weltweit einen immer höheren Status. Da die meisten Länder mit der Zeit gehen wollen, entscheiden sich immer mehr Regierungen dafür, Geld für die Förderung und den Ausbau regenerativer Energien auszugeben anstatt die Atomenergie zu unterstützen. Experten zufolge hat die Kernkraft ihren Höhepunkt deutlich überschritten, denn im Gegensatz zu 444 Reaktoren im Jahr 2002 sind heute weltweit nur noch 429 in Betrieb, die Zahl ist rückläufig. Hinzu kommt, dass die Generation von morgen sich nicht mehr für Berufe im Kernkraftsektor interessiert, da viele von ihnen erkannt haben, dass die Zukunft in anderen Branchen steckt.
Autor: admin am 10. Jul 2012 14:12, Rubrik: Aktuelle News, Atomenergie,
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