Erneuerbare Energie Nachrichten

Aktuelles: Welche Auswirkungen hat Hochwasser auf Wasserkraftwerke?

Das derzeitige Hochwasser in Sachsen und Bayern sowie in Tschechien und Österreich stellt viele Gemeinden vor große Herausforderungen. Neben Evakuierungen, Katastrophenschutzeinsätzen und den immensen Sachschäden die im Nachhinein zu erwarten sind stellt sich auch die Frage, ob die Energieversorgung in Form von Wasserkraftwerken durch Hochwasser gefährdet ist?

Weniger Strom durch Hochwasser

Grundsätzlich können Wasserkraftwerke mit enormen Pegelständen wie im Moment oder auch während des Hochwassers im Jahr 2002 nicht umgehen. Es besteht die Gefahr das Generatoren überhitzen, zudem sind die Wassereinläufe der Kraftwerke meist nur für einen durchschnittlichen Durchfluss ausgelegt. Die hohen Durchflüsse während eines Hochwassers sind für viele Wasserkraftwerke nicht zu meistern. Kleine Wasserkraftwerke müssen bei Hochwasser als erstes abgeschaltet werden, meist sogar für mehrere Tage. Aber auch größere Kraftwerke müssten gedrosselt oder sogar auch vom Netz genommen werden. Sobald die Wehre von Staudämmen geöffnet werden müssen, muss die Wasserkraft im betroffenen Gebiet fast vollständig abgeschaltet werden.

Schwemmgut macht zusätzlichen Ärger

Größere Probleme bereitet auch Schwemmgut. Große Äste oder gar ganze Bäume, sowie Möbelstücke oder ähnliches müssen von den Wehren und Durchflüssen entfernt werden. Ein enormer Aufwand für viele Kraftwerksbetreiber. In Gebieten welche Erfahrungen mit Hochwasser haben, wie beispielweise Passau können die Kraftwerke allerdings zumeist „gerettet“ werden. Sogenannte Lenzpumpen können die Pegelstände innerhalb der Anlage absenken und so eine Überschwemmung des Kraftwerks selbst verhindern.

Stromnot zu Hochwasserzeiten

Neben dem fehlenden Strom aufgrund ausfallender Wasserkraftwerke sind natürlich auch andere Energieinfrastrukturen betroffen. Weggerissene Stromleitungen oder Trafostationen führen zu Lücken im Versorgungsnetz. Überflutete Stromanlagen im Keller von Gebäuden können zu Netzausfällen führen. Zudem können auch andere Kraftwerke betroffen sein, beispielweise Atomkraftwerke. Diese müssen im Überschwemmungsfall sofort abgeschaltet werden, da ein Kollaps zu einer Kernschmelze und radioaktiver Strahlung führen kann. Zumeist wird in den akut durch Hochwasser betroffenen Gebieten die Stromversorgung vorsorglich still gelegt. Dies dient dazu schlimmere Kettenreaktionen präventiv zu verhindern.

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